Rede vor der Pontifikalkonferenz in Rom zum Thema Demenz (auf Deutsch und Englisch)

Anrede,

Wie stellen sich neurodegenerative Erkrankungen heute in Deutschland dar? Aktuell leiden  mehr als 1,4 Millionen Menschen unter einer Demenzerkrankung, bis 2050 wird sich der Anstieg verdoppeln, bei einer insgesamt abnehmenden Bevölkerungszahl. Dann werden fast 4% der Bevölkerung Deutschlands an Demenz leiden. 2/3 der aktuell Betroffenen leiden dabei unter Morbus Alzheimer. Jedes Jahr werden etwa 250.000 neue Demenzerkrankungen diagnostiziert.

Durch die Bevölkerungsentwicklung in den westlichen Industrienationen mit immer älter werdenden Bürgern steigt die Alzheimer-Prävalenz. Während unter den 65-Jährigen in Deutschland derzeit etwa zwei Prozent betroffen sind, sind es bei den 70-Jährigen bereits drei Prozent, unter den 75-Jährigen sechs Prozent und bei den 85-Jährigen zeigen etwa 25% Symptome der Krankheit. Insgesamt sind heute 4 Millionen Bürger in Deutschland über 80 Jahre alt. Für das Jahr 2050 rechnen wir  mit über 10 Millionen über 80 jähriger Mitbürger.

Die Demenz ist eine chronisch progrediente Erkrankung, die einen überaus langen und intensiven Versorgungsbedarf mit sich bringt. Die durchschnittliche Lebenserwartung vom Zeitpunkt, an dem die Krankheit symptomatisch wird, bis zum Zeitpunkt des Todes, liegt bei ungefähr sieben bis neun Jahren. Die Behandlungs- und Pflegekosten werden heute schon auf 26 Milliarden € jährlich geschätzt (Altenbericht der Bundesregierung)

Von den 1,4 Mio. Menschen, die betroffen sind, leben 400.000 in einer stationären Einrichtung der Altenhilfe. Der weitaus größere Teil lebt jedoch zu Hause. Sie werden von Angehörigen bzw. Pflegenden betreut, oder leben ganz allein. Die Anzahl der Betagten in Einpersonenhaushalte steigt ständig an. Dies ist eine ganz wichtige Feststellung, denn hier rollt ein riesengroßes Problem auf uns zu: aufgrund des demographischen Wandels müssen wir davon ausgehen, dass in nächster Zukunft die auf der Familie aufgebauten sozialen Strukturen wegbrechen. Daher müssen wir uns dringend dem Problem stellen, wie wir diese immense Versorgungslücke in der Betreuung demenziell Erkrankter schließen werden.

Lassen Sie mich festhalten: Es ist uns noch nicht gelungen ein tragfähiges flächendeckendes Gesellschaftskonzept für das Miteinander der Generationen zu entwickeln. An zwei Punkten erkenne ich Versäumnisse unserer Gesellschaft: Bei den Menschen, die pflegen und bei der Finanzierung.

Unsere Zukunft im Alter wird ganz entscheidend davon abhängen, ob eine ausreichende Anzahl junger Menschen für den medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Bedarf und entsprechende Berufe in künftigen Versorgungskonzepten gewonnen werden kann.

In einer Gesellschaft des langen Lebens muss aber auch jeder Einzelne sehr viel früher und sehr viel mehr in die gesundheitliche Vorsorge seiner selbst und in eine gute Qualität der medizinischen sowie pflegerischen Versorgung investieren.

Wohlhabende Familien in Westeuropa greifen heute häufig auf die sogenannte  "polnische Lösung" zurück. Diese Bezeichnung steht für das Anstellen von ausländischen Frauen, oft gut ausgebildeten Pflegekräften aus Ländern wie Polen und Rumänien, die die Pflegebedürftigen rund um die Uhr betreuen. Für heute 1 000 bis 1 500 Euro pro Monat finden sich tatsächlich ausländische Fachkräfte zur Pflege unserer alten und dementen Mitmenschen, deren eigene Familien dann monatelang die Mutter oder Tochter entbehren und deren Länder auf die Kompetenz dieser Frauen verzichten müssen. Diese legale Beschäftigungsform ist eine moderne Form der Ausbeutung und nicht würdig in einem Land, das zu den reichsten Nationen der Welt gehört!

Leider fehlen aber auch tragfähige politische Konzepte, wie wir den immensen Personal-und Finanzbedarf zukünftig aus „eigenen Mitteln“ bewältigen wollen. Hier sind Politik und Gesellschaft gefragt. Hier geht es aber um langfristige Lösungen, die nicht in einfachen Legislaturperioden der Politik zu bewältigen sind. Politik in Europa hat aber angesichts vieler Probleme, die aus einer Gesellschaft des langen Lebens resultieren, die Lust verloren, sich mit Generationenproblemen zu beschäftigen.

Eine kausale Behandlung der Demenz gibt es nicht, welche Möglichkeiten der Hilfe gibt es dann?

Die Demenzerkrankung geht mit dem Verlust alltagsrelevanter Fähigkeiten und der Persönlichkeit einher und erfordert daher Hilfestellung in vielen Bereichen. deshalb sollte das Ziel die Verzögerung der Progression der Erkrankung und die Verbesserung der Versorgungssituation von Patient und Angehörigen sein.

Die wesentlichen Ziele der medizinischen Versorgung bestehen darin älteren Menschen ihre Selbsthilfefähigkeit und Selbständigkeit zu erhalten, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, das Wohnen im häuslichen Umfeld möglichst lange zu ermöglichen und damit die gesundheitsbezogene Lebensqualität zu bewahren.

Wir setzen dabei auf den Hausarzt, ihm kommt hier eine zentrale Bedeutung für die Diagnose zu: Die typische Symptomatik der Alzheimer Demenz mit ihrer schleichenden Entwicklung und dem langsamen Voranschreiten über mehrere Jahre, verbunden mit einem kontinuierlichen Rückgang der kognitiven und praktischen Fähigkeiten wird meist durch den Arzt entdeckt, der den Patienten über viele Jahre betreut.

Auch in der Therapie kommt dem Hausarzt dann eine entscheidende Funktion zu: In Kooperation mit Angehörigen, Pflegeberufen und Fachberufen im Gesundheitswesen können dann Maßnahmen im häuslichen Bereich auf verschiedenen Ebenen eingeleitet werden, um den Betroffenen und seine Angehörigen zu unterstützen

Dies können zum Beispiel sein:

Beim Patienten: Gedächtnistraining, Alltagstraining, Physio-/Ergotherapie

In der Wohnung: Wohnungsgestaltung; Stolperschwellen können identifiziert und entfernt werden, die vertraute Umgebung beibehalten und der Betroffene mit Hilfsmitteln versorgt werden.

Hilfe im Alltag kann z. B. erfolgen durch eine Haushaltshilfe, den Pflegedienst, Ermöglichen eines Mittagstisches zu Hause.

Soziale Beziehungen: Selbsthilfegruppen für die Betroffenen bzw. für die pflegenden Angehörigen, Therapiegruppen. Und auch der Beratung und Betreuung der oftmals überforderten Angehörigen kommt eine große Bedeutung zu.

Und schließlich sollten auch juristische Aspekte wie Patiententestament, Vollmacht und Pflegschaft  besprochen und ggfs. in die Wege geleitet werden.

Betrachten wir nun die sozialrechtliche Situation. Welche Ansprüche hat der Patient?

Pflegebedürftigkeit zu vermeiden gehört zu den Aufgaben der Rehabilitation. Studien zeigen, dass geriatrische Rehabilitationsmaßnahmen in der Lage sind, auch bei dementen Patienten die Pflegebedürftigkeit zu verringern und die Entlassung in eine stationäre Pflegeeinrichtung zu vermeiden bzw. zu verzögern. Dies hat eine große Bedeutung – sowohl auf der humanitären Seite, wie auch bei den Finanzen. Da Rehabilitation immer vor Pflege gehen sollte, besteht die dringliche Notwendigkeit ambulante und stationäre geriatrische Rehabilitation wohnortnah auszubauen. Es gibt sie also, die Rehabilitationseinrichtungen, aber noch nicht genug.

Darüber hinaus gibt es Tages-, Kurzzeitpflege und dauerhafte Pflege im Pflegeheim.

Bei der Tagespflege leben die Betroffenen im häuslichen Umfeld, werden aber tagsüber in der Tagespflege betreut.

Bei der Kurzzeitpflege erfolgt für einen begrenzten Zeitraum eine stationäre Aufnahme in einer entsprechenden Einrichtung, z. B. um die pflegenden Angehörigen zu entlasten.

Bei der dauerhaften Pflege im Pflegheim erfolgt die komplette Betreuung rund um die Uhr im Heim.

Wie erfolgt die Finanzierung?

Die Pflegeversicherung sichert seit 1994 einen Teil der Folgen von Pflegebedürftigkeit ab. Das Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI) regelt, was Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes heißt und unter welchen Voraussetzungen Geld- und Sachleistungen gewährt werden. Es gibt 3 Pflegestufen (plus Härtefall). Bisher war die Pflegeversicherung in erster Linie am körperlichen Pflegebedarf (gestufte Hilfe im Bereich Körperpflege, Ernährung, Mobilität) orientiert, so dass Menschen mit Demenz benachteiligt wurden. Die seit Januar 2013 geänderten Pflegeleistungen (Pflege-Neuausrichtungsgesetz) werden schon in diesem Jahr voraussichtlich mehr als 650.000 Demenzkranken zu Gute kommen. Vor allem wir dabei auch an die   Entlastung pflegender Angehöriger gedacht . Für sie gibt es zum Beispiel  Kurse , in denen ihnen Kenntnisse vermittelt werden, die den Umgang mit Angehörigen erleichtern.

Die Pflegekassen können zur sozialen Absicherung der pflegenden Angehörigen Beiträge für die Sozialversicherung bzw. gesetzliche Unfallversicherung übernehmen. Zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gibt es für Arbeitnehmer die Möglichkeit zur unbezahlten, aber sozialversicherungspflichtigen Freistellung für bis zu sechs Monate nach dem Pflegezeitgesetz oder zur Reduzierung der Arbeitszeit mit einem gewissen finanziellen Ausgleich für bis zu zwei Jahre nach dem Familienpflegezeitgesetz.

Wir haben uns in Deutschland sehr daran gewöhnt, auf den Staat und seine Regeln zu vertrauen

Wir benötigen aber eigentlich vielmehr einen Sinneswandel in unserer Gesellschaft.Die Entwicklung eines Gemeinschaftsdenkens und ein neues Gesellschaftskonzept zur Nachbarschaftshilfe im Quartier, das eine selbstverständliche gegenseitige Betreuung von Kindern, Kranken und Alten beinhaltet werden die Herausforderungen der Zukunft darstellen.. Neben den bereits bestehenden Versorgungssystemen bedarf es alternativer Konzepte, der Förderung familiärer Hilfen und des bürgerlichen Engagements, wobei auch – in einem Land mit vielen Einwanderern - migrantenspezifische Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen.

Was gibt es für gute Beispiele?

Ein gutes Beispiel für Nachbarschaftshilfe und gegenseitige Betreuung sind die Mehrgenerationenhäuser, wo Jung und Alt, Familien und Alleinstehende unter einem Dach wohnen. Diese Form des Wohnens entwickelt sich langsam aber zunehmend in deutschen Städten.

Ein Modellprojekt in Sachsen , der Nachbarschaftshelfer:, Hier soll zivilgesellschaftliche Hilfe gestärkt und Fachkräfte entlastet werden. Das Angebot wird von den Pflegekassen mit 100 – 200€ pro Monat bezahlt. Die Nachbarschaftshelfer betreuen und unterstützen die Demenzerkrankten indem sie ihnen z. B. vorlesen, mit ihnen spazieren gehen oder für sie einkaufen.

Der Aufbau selbst organisierter ambulant betreuter Wohngemeinschaften von Menschen mit Demenz wird besonders gefördert (sog. Demenz WGs). Hier leben Betroffene gemeinsam in großen Wohnungen so selbständig wie möglich und werden – je nach Bedarf – in ihrem Alltag von Pflegenden oder Angehörigen unterstützt.

Nur 6% der dementen Patienten kommen primär  wegen ihrer Demenz ins Krankenhaus. Meist ist es ein Oberschenkelhalsbruch, eine Infektion oder Herzinfarkt, der zur Krankenhausaufnahme zwingt. In der Regel fällt es den Akutkrankenhäusern schwer, den besonderen Problem- und Bedarfslagen dieser Patienten gerecht zu werden. Der Klinikbetrieb setzt einen anpassungsfähigen Patienten voraus, während demenziell Erkrankte mehr als andere Patienten auf eine flexible Anpassung der Versorgung an ihre individuellen Bedürfnisse angewiesen sind. In Krankenhäusern sollte es daher geschützte Räume für demente Patienten geben: Sie müssten durch Orientierungshilfen, Licht- und Farbkonzepte und wohnliche Bereiche gekennzeichnet sein. Was macht die Politik?

Wir blicken mit Interesse auf  einige Länder in Europa, die bereits eine nationale Demenzstrategie entwickelt haben: England, Schottland, Wales, Nordirland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, einige Kantone in der Schweiz. In Deutschland arbeitet man zur Zeit noch daran (Allianz für Menschen mit Demenz; Federführung: BMG & BMFSFJ).

Welche Funktionen soll nun der nationale Demenzplan in Deutschland haben?

Initialfunktion: Es sollen Ziele und Handlungsfelder beschrieben und priorisiert werden und Impulse für eine Gesamtentwicklung in Pflege, Medizin und Teilhabe gesetzt werden.

Integrationsfunktion: Es soll ein konstruktiver Dialog eingeleitet werden, mit dessen Hilfe ein intensiverer Informationsaustausch zwischen den Akteuren und Institutionen im Gesundheitswesen eingeleitet und somit die multiprofessionelle Zusammenarbeit verbessert wird.

Steuerungsfunktion. Aktivitäten und Maßnahmen sollen koordiniert, Schnittstellenprobleme gelöst und Fehlsteuerungen abgebaut werden.

Transferfunktion: Unter Berücksichtigung der Effizienz des Ressourceneinsatzes soll der Demenzplan die vielerorts bereits gesammelten Erfahrungen bündeln und den Transfer organisieren.

Lobbying-Funktion: Durch den Demenzplan sollen das Bewusstsein und eine Sensibilisierung für die Thematik gesteigert werden. Die Demenz soll entstigmatisiert und den Kranken eine soziale Teilhabe ermöglicht werden. Dabei soll den Interessen der Kranken mehr Gehör verschafft werden.

Lassen Sie mich versuchen zusammenzufassen:

Das Problem der Demenz ist in der Medizin bereits mit voller Wucht angekommen. Wir beschreiben es, wir suchen nach medizinischer Behandlung und Verbesserung der Pflege. In der Gesellschaft aber, die sich zunehmend mehr an Jugend und Körperlichkeit orientiert, ist das Problem noch nicht ausreichend angekommen. Der Hedonismus moderner, liberaler Gesellschaften steht der aufopferungsvollen Zuwendung, die alte, demente Menschen benötigen, oft entgegen. Die Auflösung der Familie als „Zentralinstanz“ des sozialen Lebens befördert den Prozess der sozialen Desintegration im Alter. Statt der mentalen Auseinandersetzung in der Betreuung von Enkeln und Urenkeln, von der Integration in einen „Familienbetrieb“ stehen heute der Fernseher und der Ohrensessel als Symbol der schweigenden Tristesse des Alters.

Hier haben wir alle eine Aufgabe: Nicht nur als Ärzte, sondern auch als Menschen, nicht nur als Priester sondern auch als Seelsorger, nicht nur als Politiker, sondern auch als Mitmenschen.

Addendum:

Morbus Parkinson (Papst Johannes Paul litt an M. Parkinson)

Die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr (Gipfel 58. bis 62. Lebensjahr). Ein Parkinson-Syndrom kann selten bereits vor dem 40. Lebensjahr auftreten. In der Altersgruppe 40 bis 44 Jahre ist etwa einer von 10.000 Menschen betroffen. Die Manifestationsrate der Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter bis etwa zum 75. Lebensjahr an, dann nimmt sie wieder ab. Von den über 80-Jährigen erkranken etwa 1,5–2,0 Prozent an einem Parkinson-Syndrom. In Deutschland wird derzeit von 300.000–400.000 erkrankten Menschen ausgegangen.


Ladies and gentlemen,

Let me begin by giving you an overview of the situation of neurodegenerative diseases in Germany today.

Currently, more than 1.4 million people in Germany suffer from a form of dementia.

This figure is set to double by the year 2050, while at the same time the total population is expected to decrease substantially. This means that by the year 2050 approximately 4% of the population of Germany will suffer from some form of dementia.

Each year around 250,000 new cases of dementia are diagnosed. Two thirds of those affected by dementia suffer from Alzheimer’s disease.

Due to demographic developments, the prevalence of Alzheimer’s is increasing in western industrialised countries. While around two per cent of 65 year olds in Germany are affected, this prevalence rate increases significantly among older people, with around 25% of 85 year olds showing symptoms of the disease. There are currently around 4 million people in Germany over the age of 80. This number is set to rise to 10 million by the year 2050.

Dementia is a chronic, progressive disease whose sufferers have exceptionally long-term and intensive care needs. The average life expectancy from the time when the first symptoms appear to the date of death is around seven to nine years. According to a German Federal Government report on the elderly, the annual treatment and care costs for people suffering from Alzheimer’s are already estimated at around 26 billion euros.

Of the 1.4 million people affected by Alzheimer’s in Germany, around 400,000 live in residential care facilities for the elderly. However, the significant majority lives at home with relatives or in-house carers, or live alone. The number of elderly people living on their own is increasing.

This is an important factor to note as it indicates the approach of a massive problem: Due to demographic changes, we must assume that in the near future social structures which have been built around the family will disappear.

We therefore urgently need to address the question of how to close this colossal gap in the provision of care for people suffering from dementia.

The shaming fact is that we have not yet succeeded in developing a comprehensive and sustainable social concept for promoting intergenerational relations.

In my opinion, our society has fallen short on two main counts;

  • with respect to carers,
  • and in the provision of funding. 

Our future in old age will depend decisively upon whether sufficient numbers of young people can be attracted to professions which will fulfil the medical, therapeutic and caring requirements of healthcare provisions in the years ahead.

And financially it is foreseeable that provisions by the state will not suffice. Therefore, in a society of longevity, every individual must also invest more at a much earlier stage in their own preventative healthcare measures, and in the provision of high quality medical and long-term care. 

Today we already have a social divide: Well-off families in need of care for family members in Western Europe often resort to the so-called “Polish” solution.

This refers to the engagement of (mainly) women from outside Germany - often well-trained carers from countries such as Poland or Romania who provide round-the-clock in-house care. Nowadays it is possible to find qualified foreign carers who will look after our elderly for between 1000 and 1500 euro per month.

However, these women often leave behind families, who must go without a mother or daughter for months at a time, and deprive their home countries of skilled workers. This legal form of employment is a modern form of exploitation and not worthy of one of the richest countries in the world!

Unfortunately, sustainable political concepts for addressing these immense financial and personnel requirements on our own are lacking. This requires commitment on the part of politicians and society as a whole. It requires long-term solutions which cannot be conceived in terms of single legislative periods.

However, faced with so many problems resulting from increased longevity, politicians in Europe appear to have lost the will to tackle intergenerational issues.

There is no treatment for the causes of dementia. Therefore what other possibilities are there for providing care? 

Those suffering from dementia experience the progressive loss of everyday skills and personality traits, leading to a need for assistance in many areas. The aim should therefore be to delay the progression of the disease and improve support for patients and relatives.

The main goals in the provision of medical care for older people are to preserve their independence and promote self-reliance, to avoid the need for care services, and to enable them to remain in their homes for as long as possible so that they may maintain their quality of life for as long as their health permits.

Crucial to achieving this is the role of the family physician in early diagnosis. With the subtle development and slow advance of the disease over many years, accompanied by progressive cognitive and physical impairment, the family physician who has been caring for a patient for a long time is usually the first to identify the typical symptoms of dementia caused by Alzheimer’s.

Family physicians also play a decisive role in the provision of care. Through cooperation with relatives, carers and members of other healthcare professions, a variety of measures can be implemented at different levels to support patients and their families in their homes.

This can include, for example:

  • Memory exercises and training in everyday tasks, as well as physiotherapy and occupational therapy for patients.
  • Patients may be assisted in their homes though the assessment of interior arrangements and the identification and removal of stumbling hazards, as well as the provision of medical aids and the maintenance of familiar surroundings.
  • Assistance may also be provided on an everyday basis, for example though home help, care services, or ‘meals on wheels’ schemes.
  • It is important to maintain social contacts. Self-help groups exist for both sufferers and their carers, as well as therapy groups. Advice and support for relatives, who often have difficulty coping, is highly important.
  • And finally, consideration should be given to important legal aspects, such as drawing up a living will, granting power of attorney and appointing a legal guardian.

Let us now consider the situation with regards to social security. What rights do patients have?

The aim of rehabilitation is to avoid the need for long-term care. Studies show that geriatric rehabilitation  also proves effective for patients suffering from dementia in reducing dependence upon care and in avoiding or delaying the necessity for transferral to a care home facility.

This is of great significance, not only in terms of the quality of life for the patient, but also financially.

Rehabilitation measures should always be undertaken before resorting to long-term care, therefore there is an urgent need to extend the provision of local outpatient and inpatient geriatric rehabilitation centres. Such rehabilitation centres do exist, however there are currently far too few of them.

In addition to this there are day centres and care homes which provide short and long-term care.

Day centres provide care during the day for patients who live at home.

Short-term care offers the possibility for patients to spend a limited amount of time living in a care home, for example in order to provide a period of respite for relatives who care for them.

Patients in long-term care live in care homes which provide complete, round-the-clock care.

How is this financed?

The Act on Long-term Care Insurance (Eleventh Book of Social Code) which was introduced in 1995, sets out the legal definition of those in need of care and defines the pre-requisites for the provision of monetary benefits or benefits in kind.

This sets out three ‘care levels’, which are defined according to the perceived degree of need.

Up until recently, long-term care requirements under this insurance scheme were mainly assessed according to physical needs – theses are different levels of assistance pertaining to personal hygiene, nutrition and mobility.

People with dementia were routinely disadvantaged.

Changes introduced to care services under the Care Adjustment Act of January 2013 are set to benefit more than 650,000 dementia sufferers this year. This new law was intended, in particular, to relieve the burden upon people who care for their relatives, for example through specifically designed courses teaching them the relevant skills.

Long-term care insurance funds can also cover the social security and statutory accident insurance contributions of family members who care for relatives. Provisions have also been introduced in the workplace to assist those who care for family members.

The Act on Leave for Carers entitles them to take up to six months of unpaid leave with the continuation of social insurance coverage, whereas the Act on Care in the Family enables carers to reduce their working hours with a certain amount of financial compensation for up to two years.

You realize: In Germany we’ve become very used to trusting in the state and its rules and regulations.

However, it is time for a change of thinking in our society. Our challenge for the future will be to develop a collective mindset and a new societal concept based on neighbourliness and a mutual readiness to help out with the care of children, the sick and the elderly. In addition to the systems already in place for the provision of care, we will need alternative concepts which promote familial assistance and civic engagement, while at the same time taking into account the specific needs of different religious and cultural communities.

What are good examples of this?

A good example of neighbourhood mindedness and mutual assistance may be found in intergenerational homes where the young and old, families and single people all live together under one roof.

The numbers of people living in such homes is increasing slowly but surely in urban areas in Germany.

One pilot project in Saxony provides neighbourhood help and is intended to strengthen civic engagement and relieve the burden upon professional service providers. Long-term care funds pay between 100 and 200 euro per month to so-called neighbourhood helpers who provide care and assistance to people suffering from dementia, for example by accompanying them on walks, reading to them, or doing their shopping.

The creation of assisted communal living facilities for people with dementia, for example in shared flats has been particularly encouraged. In this example, patients are able to live as independently as possible in communal accommodation. Assistance is provided with everyday tasks according to their needs by outside providers, e.g. carers or relatives.

Only six per cent of dementia patients are admitted to hospital as a direct result of their illness. The most common causes of admission are hip fractures, infections or heart attacks.

Acute care hospitals often have difficulties accommodating the special needs and requirements of such patients. Hospitals are organised based on the assumption that patients are able to adapt to their surroundings.

Dementia sufferers, however, require a more flexible approach to care than other patients, one which is adapted to their individual needs. Hospitals should therefore establish safe environments with orientation aids, special lighting and colour designs and living areas especially for patients with dementia.

What are our politicians doing about this?

We observe, with interest, developments in other European countries, such as UK, France, Luxembourg, the Netherlands, Norway and certain Swiss cantons, who have already developed national dementia strategies. We are still working on this in Germany (led by the Alliance for People with Dementia in cooperation with the Federal Ministry of Health and the Federal Ministry for Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth).

What should be the main features of the national dementia strategy in Germany?

Its initial function should be to describe the aims, priorities and spheres of activity and set incentives for overall developments in the fields of care, medicine and social participation.

It should have an integrative function. A basis for constructive dialogue should be established to facilitate a more intensive exchange of information between institutions and other actors in the healthcare sector in order to improve interprofessional cooperation.

It should include a steering function in order to coordinate activities and measures taken, solve problems of overlap, and eliminate misgovernance.

It should promote the transfer of information. Bearing in mind the efficient use of resources, the national dementia strategy should collect experience which has already been gathered in many areas and organise its transfer.

It should have a lobbying function. The national dementia strategy should raise awareness of this topic among the population, leading to its destigmatisation and enabling sufferers to play an active role in society. This should help to increase the readiness to take action in the interest of sufferers.

In conclusion, let me attempt to summarise my main points.

The full extent of the problem of dementia has already been realised by the medical profession. We are able to describe it, treat it as best we can, and seek improvements in care.

However, in a society which is increasingly orientated towards youth and physicality, this problem has not yet been sufficiently addressed.

The hedonism which characterises modern, liberal societies often comes into conflict with the self-sacrifice required for the care of the elderly and those suffering from dementia.

The deterioration of the family as the focal point of social life promotes social disintegration in old age. Instead of energising mental exchanges with grandchildren and great grandchildren which used to characterise integration within the family unit, the armchair and television set nowadays symbolise the silent melancholy of old age.

We all have a role to play here, not only as physicians, but also as human beings, not only as priests, but also as spiritual guides, not only as politicians, but also as fellow citizens.

And we do this in the full certainty that we will all somehow be touched by dementia within our lifetime.

If our responsibility to “love thy neighbour as thyself” does not suffice to bring about the necessary structural changes in society, then we should at least not grow tired of reminding each and every individual of the risks that they and their loved ones face.

This may not be in accordance with the parable of the Good Samaritan; however, if it is successful then addressing the individual   will also benefit the many.

“Love thy neighbour as thyself” will come full circle for the good of dementia sufferers and the elderly, and for the good of us all.